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Heimat in Not:
Als
der treulose Welsche den Bund zerbrach-
Schmach über den Verräter! Tausendjährige Schmach!
Weit waren die jungen Tiroler, der Berge kraftstotzende
Wehr,
Schliefen schon tief in polnischer Erde, kämpften gegen
des Zaren Heer,
Innsbrucker Kaiserjäger standen oben am schmutzigen San,
Und die Kaiserschützen führten die Stürme von Grodek
an-
Die Sturmglocken gellten und dröhnten, dass es von
Gipfel zu Gipfel schwoll:
" Steh auf! ... Feind an der Grenze! ... Wehr dich,
Volk von Tirol!"
Knorrige Bauern mit siebzig
und mehr auf gebeugtem Rücken,
Und Buben, noch wahre Kinder, kaum nestentflohene Küken,
Und Tiroler Weiber mit glattem und mit gegerbtem Gesicht,
Kamen von Mahd und Almen, als rief das jüngste Gericht:
Die vom Ötztal und die vom Stubai, Passeier und braune
Meraner,
Vom Zillertal, von der Etsch, die Pustertaler, Fassaner,
Vom obern Inn und von Gröden und die ruhmreichen
Schützen von Hall,
Vom Sarntal und die vom Vinschgau und die aus dem
Eisacktal,
Mit Flinten und Büchsen und Stutzen aus des Sandwirts
glorreichen Tagen,
Fehlten nur noch die Sensen, die ihre Ahnen getragen!
Fehlte nur noch der Hofer mit der Iselfahne blutrot!
War so wie vor hundert Jahren: das letzte Aufgebot ...
Großvater und Enkel
marschierten schweigend in gleicher Reih´:
Neunzehnhundertfünfzehn, am dreiundzwanzigsten Mai ...
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