Im Mai 1915
erklärte Italien seinem langjährigen
Verbündete den Krieg und der Sacro egoismo damit
seinen höchsten Triumph gefeiert. Italien
glaubte, dem in Galizien schwer ringenden
Österreich-Ungarn den Rest geben zu können. Die
Grenzen Österreich-Ungarns waren schwach
besetzt, nur die rasch aufgerufenen
Standschützen konnten vorerst in Tirol verwendet
werden. Wie ein Wunder kam aus dem Nichts eine
Geisterarmee - die 40.000 Freiwilligen die sich
jedoch nur aus jungen Knaben, alten Greisen und
Teiltauglichen. In dieser aussichtslosen
Situation für die k.u.k. Armee zeigte sich die
Bundestreue Deutschlands.
Es wurde eine
Gebirgstruppe gebildet, das "Deutsche
Alpenkorps"; mit seiner Führung wurde
Generalleutnant Krafft von Delmmensingen, der
bisherige bewährte Leiter des Bayerischen
Generalstabs betraut. Bereits wenige Tage nach
der Kriegserklärung waren schon deutsche Truppen
in Tirol.
Das deutsche
Alpenkorps bestand aus der 1. Jägerbrigade
geführt von Generalmajor von Tutschek und der 2.
Jägerbrigade geführt von Oberst von Below. Zur
Ersteren gehörte das Bayerische
Infanterie-Leibregiment und das 1. Bayerische
Jägerregiment. Zur 2. Jägerbrigade gehörte das
Jägerregiment 2 (10. Preußisches
Jägebataillon, Preußisches
Reserve-Jägerbataillon 10, Mecklenburgisches
Reserve-Jägerbataillon 10 und 14) und das 3.
Jägerregiment, bestehend aus den früheren vier
Schneeschuhbataillonen. Außerdem noch 6
Radfahrkompanien, 22 Maschinengewehrabteilungen,
48 Feld- und Gebirgsgeschütze je eine Batterie
10-cm Kanonen, ein 30,5-cm Mörser und 15-cm
Haubitzen, Minenwerferabteilungen,
Pionierkompanien, Beobachtungsflugzeuge und
Nachrichtentruppen.
Zum Kommandanten wurde Generalleutnant Konrad
Krafft von Dellmensingenm ehemaliger
Generalstabschef der 6. deutschen Armee
(Kronprinz Ruprecht von Bayern), ernannt. Mit ihm
stellte man einen herrvorragenden Führer auf
diesen wichtigen Posten.
Diese rasche
Hilfeleistung und das vorsichtige Vorgehen des
italienischen Generals Luigi Cadorna waren die
Ursache, dass es diesen nicht gelang, schnell in
Tirol einzudringen und, außer in freiwillig
geräumten Gebieten, irgendwo Raum zu gewinnen.
Als sie aber dann im Pellegrinotal, am Col di
Lana, Piano und Kreuzberg mit größeren Aktionen
einsetzten, war es zu spät; überall stießen
sie auf undurchdringliche eiserne Wehr. Der Raum, der dem
deutschen Alpenkorps im Verein mit
österr.-ungar. Verbänden zur Verteidigung
zugewiesen wurde, war das Gebiet der Dolomiten.
An der Isonzofront kam das deutsche Alpenkorps
nicht zum Einsatz. Im Herbst 1915 als
die allergrößte Gefahr des Durchbruches durch
die Italiener vorbei war ging es an das bittere
Abschiednehmen. Zum letzten Mal zog man durch die
in ihrer vollen Pracht sich zeigenden Täler und
tönt der Gleichschritt der deutschen Kompanien
durch ihre Dörfer und Städte. Das deutsche
Alpenkorps hat gezeigt, dass es im vollsten Sinne
Gebirgs- und Mustertruppe geworden ist, und zu
allergrößten Ehren kam; die Erinnerung an den
Aufenthalt in Tirol wird wohl jedem für die Zeit
seines Lebens die schönste sein. Den Großteil
seines Kriegsgerätes, Geschütze, Waffen und
Granatwerfer, ließ es als Abschiedsgeschenk
zurück, wo Mangel an allem herrschte. Geblieben
ist in Tirol tief empfundenes Gedenken an diese
herrliche Waffenbrüderschaft die bis heute
anhält.
Weiter deutsche
Truppen:
Leiber:
Volkstümlich Bezeichnung für die Angehörigen
des Königlich-Bayerischen
Infanterieleibregiments. Sie waren ein Teil des
Deutschen Alpenkorps. In dieser Truppe dienten
auch andere deutsche Verbände, wie
Württemberger und Sachsen. Batterie
Rose:
Benannt wurde diese Einheit nach ihrem
Kommandanten, dem Hauptmann Rose. Diese
königlich-preußische Batterie war eine
wertvolle Hilfe für die österreichischen
Truppen. Sie verblüffte die Italiener mit ihrer
Feuerkraft. Hauptmann Rose wechselte mit seinen
10,5, cm Haubitzen des öfteren die Stellungen
und täuschte dem Gegner eine Übermacht an
Artillerie vor.
"Adler,
Tiroler Adler,
Warum bist du so rot?
Vom roten Sonnenscheine?
Vom roten Feuerweine?
Vom Feindesblute,
Darum bin ich so rot." (Albert
Reich)